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Das Schnalser Schaf

Das Schnalser Schaf ist eine lokale Schafrasse, welche die FAO als gefährdet (VU) einstuft. Seine Geschichte ist untrennbar mit Schnals verbunden: mit der historischen Lodenproduktion des Tales ebenso wie mit seiner Küche. Vor 20 Jahren haben engagierte Tierhalter die Erhaltungszucht wiederaufgenommen.
Die Autorin des Beitrags, Barbara Mock, ist Geschäftsführerin des Südtiroler Kleintierzuchtverbands. Der Originalartikel ist 2024 in der österreichischen Zeitschrift „Schafe und Ziegen aktuell“ erschienen. Die Zusage für die erneute Veröffentlichung freut uns. Vielen Dank!

Eine fast vergessene Schafrasse wird seit 2006 in Südtirol wieder gezüchtet. Heute sind rund 1.600 Tiere im Zuchtbuch eingetragen. Das Schnalser Schaf ist aus dem Bergamaskerschaf durch Einkreuzungen mit slowenischen Schafrassen entstanden.

Seit jeher erfolgt der Schafübertrieb im Schnalstal entlang zweier uralter Routen: von Vernagt über das Niederjoch zur Niedertalalm oder von Kurzras über das Hochjoch zur Rofenbergalm. Der Schaftrieb ist für die Schafe anstrengend, denn es müssen über 3.000 Höhenmeter im Aufstieg und 1.800 Meter im Abstieg bewältigt werden. Die meisten Herden sind mehrere Tage unterwegs. Sie starten im Mittleren Vinschgau, in Laas und in Schlanders, und haben meist schon einen weiten Weg hinter sich, bis sie beim Sammelplatz in Schnals ankommen. Es entstand so eine sehr robuste und geländegängige Rasse – das Schnalser Schaf.

Ab 1978 beginnen die Südtiroler verstärkt damit, Tiroler Bergschafe zu züchten. Seither ging die Zahl derer, die reinrassige Schnalser Schafe züchten, in Südtirol stetig zurück.Erst als einige motivierte Züchter sich wieder dieses alten Schaftyps besannen, begann man ab 2006 in Zusammenarbeit mit der Universität Padua mit der Erhaltungszucht. Das Schnalser Schaf ist heute eine anerkannte autochthone Schafrasse Südtirols. Es sind rund 1.600 Tiere im Zuchtbuch eingetragen.

Nasenfalten und Halsleder

Die Tiere werden als zäh mit guter Gesundheit beschrieben und sind an das Weiden im hochalpinen Gebirge bestens angepasst. Sie zeichnen sich durch eine hohe Fruchtbarkeit, eine gute Bemuskelung und eine hohe Geländegängigkeit aus.

Auffällig ist der kurze, runde und hornlose Kopf mit geschlossener Stirnbewollung der stark gekrümmten Ramsnase. Die Ohren sind breit und mittellang. Charakteristisch sind die starken Nasenfalten und das ausgeprägte Halsleder, das bis zum Maulansatz reicht. Schafe werden 70–90 kg schwer und 65–75 cm hoch. Böcke erreichen ein Gewicht von 80–110 kg und eine Wideristhöhe von 75–80 cm.

Die Statur ist gedrungen, mit langem und breitem Rücken und einer kräftig muskulösen Hinterhand. Ein dichtes weißes Wollkleid schützt die Tiere vor der Witterung im Hochgebirge, und ein starker Fuß mit fester Klaue macht die Schnalser Schafe zu echten Alpinisten.

Original-Artikel:
Barbara Mock: Fast vergessen. Das Schnalser Schaf. 2024
https://landwirt-media.com/fast-vergessen-das-schnalser-schaf/