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Sogenannte Schneckenhütte im TisentallRiparo pastorale antico in val di TisaOld enclosure for herd-animals an sheperd's shelter in Val di Tisa valley

Archäologen im Tisental unterwegs

Seit der Entdeckung von Ötzi gibt es im Schnalstal immer wieder archäologische Grabungen. Kommende Woche ist ein Grabungsteam des Südtiroler Archäologiemuseums im Tisental unterwegs. Die archeoParc-Mitarbeiterin Sara Weithaler hat sich mit dem Grabungsleiter Andreas Putzer unterhalten.

Sara Weithaler: Andreas, dir ist das Schnalstal durch deine Arbeit als Archäologe an diesen Fundorten aus einer gänzlich anderen Perspektive bekannt als den meisten Bewohner:innen. Was macht das Schnalstal aus archäologischer Perspektive so besonders?

Andreas Putzer: Das Schnalstal ist deshalb so interessant, da es ein recht abgeschlossenes Tal ist, das bis zum Bau der heutigen Straße schwer zugänglich war. Zudem gibt es keine Lagerstätten von Kupfer oder anderen Metallen, die in der Vergangenheit das Interesse unserer Vorfahren geweckt hätte. Mein Interesse gilt insbesondere der Wirtschaftsweise in hochalpinen Tälern und der Beweggründe diese zu nutzen oder zu besiedeln.

Du bist in Fachkreisen für eine ganz bestimmte Grabungs- bzw. Arbeitstechnik bekannt. Kannst du einen kurzen Einblick in diese besondere Arbeitsweise geben?

Unsere Arbeitsweise zeichnet sich dadurch aus, dass wir auch unscheinbares Gelände nach archäologischen Fundstellen untersuchen. Unsere Arbeit im Schnalstal hat gezeigt, dass dem auch so ist. Kollegen untersuchen meist obertägig sichtbare Strukturen, die meist nicht sehr alt sind, während 90 % der prähistorischen Fundstellen in Schnals unter der Erde verborgen liegen.

Was ist der Grund für eure heurige archäologische Grabung in Schnals?

Trotz langjähriger Arbeit in Schnals, suchen wir nach wie vor Fundstellen, die mit Ötzi in Zusammenhang stehen sollten. Im Tisental gibt es eine Fundstelle, die wir vor Jahren entdeckt haben und die laut 14C-Datierungen in die Zeit Ötzis fällt. Diese möchten wir heuer genauer untersuchen.

Wie lange seid ihr im Tisental und wie groß ist dein Grabungsteam?

Die Grabungen werden zwei Wochen dauern. Wir sind immer nur zu dritt oder max. zu viert im Hochgebirge unterwegs. Ursache dafür sind nicht nur fehlende Finanzmittel, sondern unsere Grabungen sind eher kleinflächig und man würde sich nur im Wege stehen.

Danke Andreas für das Interview und gute Arbeit!

Der Archäologe Andreas Putzer erzählt über seine Forschungsarbeit im Schnalser Penaudtal <br/>L’archeologo Andreasd Putzer presenta il suo lavoro di ricerca nella valle di Pinalto, una latterale della val Senales<br/>Archeologist Andreas Putzer presenting his research work in Valle di Pinalto valley<br/><br/>Schnals-Penaudtal
Aus dem Archiv: Putzer erzählt von seiner Forschungsarbeit im Schnalser Penaudtal (2017)

archeoParc Schnalstal, photo: Johanna Niederkofler

Interesse geweckt?

Am kommenden Dienstagnachmittag, 15. Juli besucht der Museumsverein Andreas Putzer und sein Team im Tisental. Der Treffpunkt wird bei der Anmeldung bekannt gegeben. Informieren und anmelden kann man sich bis am Vortag im archeoParc.

-> Wer am Dienstag nicht dabei sein kann findet z.B. hier auf der Seite unter Archäologie Schnalstal weitere Informationen oder im Vortragsarchiv auf unserem Youtube-Kanal: